Roman Ullstein Buch Nr. 669 1988
Hans Habe wurde 1911 in Budapest geboren, wuchs in Wien auf,, ist amerikanischer Staatsbürger und lebt in der Schweiz.
Bagsidebeskrivelsen:
Der Chirurg Professor Dr. Heinrich von Benda wird auf Weisung des Statthalters der „Ostmark" aus der Haft entlassen und in geheimer Mission zur Konferenz von Evian entsandt. Er soll den Delegierten aus zweiunddreissig Ländern, die dort über Möglichkeiten zur Rettung deutscher Juden beraten, ein zynisches Angebot der braunen Machthaber überbringen. Sie schlagen der Welt ein Sklavenhandelsabkommen vor, das ihr Gelegenheit zur Demonstration humanitarer Gesinnung - und dem Reich hochwillkommene Devisen verschaffen würde... Zu den Vorgängen um die tragisch gescheiterte „Mission Benda", über die der Journalist Habe 1938 als Korrespondent des „Prager Tagblattes" berichtete, hat der Romancier Habe fast ein Menschenalter später jenen Abstand gewonnen, der ihm die Niederschrift dieses erschütternden Buches ermöglichte. Benda er Heinrich Neumann von Hethars, som overbragte Seyss-Inquarts "tilbud" til Evian-konferencen (se Bauer).
Bogen er læseværdig som roman og så altså også et fantastisk historisk dokument.
fra: Kommentar des Autors. Das bedeutet nicht, daß dieser Roman in allen Einzelheiten »authentisch« daß er als »Tatsachenbericht« gemeint ist. Wir sind es gewohnt, unter dem Begriff »historischer Roman« solche Romane zu verstehen, die in der fernen Vergangenheit spielen. Aber es gibt auch historische Romane, die noch vom Hauch der Gegenwart umweht sind: sie sind »historisch«, weil ihnen ein geschichtliches Ereignis zugrunde liegt, bleiben aber dennoch Romane. Um einen solchen Roman handelt es sich hier.
Ich habe meine Kenntnisse von der Konferenz von Evian-les-Bains, mein Wissen von der »Mission Benda« über fünfundzwanzig Jahre wie eine Last und eine Verpflichtung mit mir getragen. 238
Weit mehr als die Tatsachen hat mich jedoch in diesen vergangenen Jahren, beinahe ein Menschenalter lang, die Gestalt des Professors beschäftigt. Nur in einem Roman konnte ihr ein Denkmal errichtet werden. 238-9
Fast alle Reden sind den Protokollen wörtlich entnommen, wenn auch einzelne aufgeteilt, andere zusammengefaßt wurden. Öffentliche und vertrauliche Sitzungen sind stellenweise wie eine einzige behandelt worden.
Zweitens: Sämtliche Zitate aus Zeitungen sind wörtliche Wiedergaben der betreffenden Berichte oder Artikel. Nur an zwei oder drei Stellen wurde das Datum der Veröffentlichung unwesentlich - immer innerhalb der Konferenzperiode - verändert 239
Siebentens: Die Konferenz wurde in keiner ihrer nennenswerten Funktionen fortgesetzt. Sie ist im Sande verlaufen. 239
Während der Konferenz selbst wurde die Mission in eingeweihten Kreisen lebhaft diskutiert: damals, viele Jahre vor dem Menschenhandel in Ungarn, wurde ihr wenig Glauben geschenkt. 239
Ohne jeden Zweifel hat das Deutsche Reich vierzigtausend österreichische Juden zum Kauf angeboten und das Ultimatum vom 1. August 1938 gestellt: das hat auch die internationale Presse, vor allem der Londoner Daily Express, vermerkt. Hier handelt es sich um Tatsachen. 240
[8. ]uli 1938]: Amerika beschließt, in Spanien kämpfenden amerikanischen Freiwilligen die Staatsbürgerschaft zu entziehen. 241
[11. Juli 1938]: Deutschland teilt mit, daß es, um Devisen zu sparen, künftig bei der Fabrikation von Teppichen menschliches Haar, hauptsächlich Frauenhaar, verwenden werde. Die Friseure sind angewiesen worden, solches zu sammeln. 242
[12. Juli 1938]: Der New York Times zufolge haben die drei Mächte England, Frankeich und die Vereinigten Staaten beschlossen, die Resolution so zu formulieren, daß die »Möglichkeit von Verhandlungen mit dem Deutschen Reich offenbleibe«. 242
Die Berliner Politische Diplomatische Korrespondenz erklärt, es sei Sache der Konferenz von Evian, zu beweisen, daß die »Sympathien der Mitgliedstaaten gegenüber den Juden« ernst gemeint waren. 242-3
[13. Juli 1938] Ausschreitungen gegen Juden in verschiedenen deutschen Provinzstädten. 243
Orla Jordal, 2007
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