WERKSTATTGESCHICHTE 18, (1997), 59 - 80
Wildt resumerer begivenhederne i den mellemfrankiske by Treuchtlingen. Det er vel heftets mest forfærdende artikel. Den direkte eksemplificering af det folkelige had, den folkelige grusomhed.
Det eneste formildende jeg kan se, ligger i parallelliseringen til i dag. Bortset fra visse tilløb i franske forstæder, mener jeg, at vi hidtil er undsluppet tilsvarende excesser overfor muslimer. Trods Bush, Sarkozy, Anders Fogh Rasmussen og Jyllands-Pestens forsøg på at spille "Der Stürmer". Det virker heldigvis ikke som om de har held med at skabe samme folkelige opbakning/deltagelse. Hverken i Tyskland, Danmark, Sverige eller USA. Måske dog i Frankrig.
Man kan kun undre sig over, at det efter 8 år (1933 - 41) på den måde skulle være nødvendigt med endnu en afgørelse af, at jøderne skulle udryddes. Specielt besynderligt bliver det, når man tager hensyn til den folkelige opbakning, som Wildt illustrerer, at den antijødiske politik havde.
Unmittelbar nach den Reichstagswahlen am 5. März 1933, mit denen die Nationalsozialisten ihre »Machtergreifung« allerorts begannen, liessen SA und andere NSDAP-Gliederungen ihrem antisemitischen Haß freien Lauf. p. 59
Zweitens spiegelt dieses Schema eine Sicht »von oben« wider, in der die Verfolgung der Juden als Abfolge staatlicher Repressionsakte charakterisiert, Politik als Staatshandeln definiert ist, wohingegen die Praxis des gesellschaftlichen Antisemitismus der Nachbarn, Kollegen, Bekannten und Verwandten ausgeblendet bleibt. Vor allem aber gerät drittens die stete, antisemitische Gewalt aus dem Blick, der die jüdische Bevölkerung in Deutschland ausgesetzt war. p. 59 - 60
Juden wurden zu Vogelfreien, denen weder das Bürgerliche Gesetzbuch noch das Strafrecht Schutz boten, zu einer Gruppe, der man ungestraft Gewalt antun konnte. ... Dabei geht es mir nicht allein um die körperlichen Mißhandlungen und tätlichen Übergriffe, die von SA und HJ ausgingen, sondern vor allem um die Zuschauer, die mehr und mehr zu Teilnehmern und Mittätern wurden. p. 60
Im Juni desselben Jahres [1933] beschloß der Treuchtlinger Stadtrat, daß die Gemeinde binnen kürzester Frist das Schulhaus zu räumen hätte. ... Anfang 1939 wurde er [Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (C.V.)] wie alle anderen jüdischen politischen Organisationen aufgelöst. p. 61
Juden waren keine Gegner, die besiegt, sondern »Schädlinge«, die »ausgemerzt« werden sollten. ... Beim Boykott jüdischer Geschäfte am 1. April 1933 in Kiel schoß der Sohn eines jüdischen Kaufmanns einen SS-Mann im Streit nieder, stellte sich anschließend der Polizei und wurde inhaftiert. Eine aufgebrachte Menge erzwang sich den Zutritt zum Gefängnis und tötete den Jungen in der Zelle mit 30 Schüssen. p. 63
Die Gewalttätigkeit auch von anfangs Unbeteiligten lag offenbar so sehr an der Oberfläche, daß es nur eines Funkens bedurfte, um die Flamme der Gewalt auflodern zu lassen. p. 64.
Auf dem Parteitag der NSDAP in Nürnberg im September 1937 hetzte Hitler in scharfer Form gegen die »Machthaber des jüdischen Bolschewismus« und beschwor seine rassistische Weltsicht, daß es sich bei den Juden »weder geistig noch moralisch um eine überlegene, sondern in beiden Fällen um eine durch und durch minderwertige Rasse« handele. ... Andererseits war das jüdische Vermögen begehrt, um die Aufrüstung zu finanzieren; »Arisierung« und Kriegsvorbereitung standen in einem unmittelbaren Zusammenhang. Von den rund 50.000 jüdischen Geschäften, die es Anfang 1933 im Deutschen Reich noch gegeben hatte, existierten im Juli 1938 nur noch etwa 9.000, davon allein über 3.600 in Berlin. p. 66
Der Reichsnährstand ließ die Lieferung von Mehl und Grieß sperren, später verweigerte er Öl, Südfrüchte, Kakao, Schokolade und Reis. Ende 1937 teilten die staatlichen Salinen München mit, daß sie kein Salz mehr liefern würden; Mitte 1938 sandte die Süddeutsche Zuckerfabrik einen ähnlichen Brief. Die Kunden nutzten die Situation zu ihren Gunsten. Viele Käufer, die anschreiben ließen, bezahlten ihre Schulden nicht mehr und beriefen sich dabei auf die NSDAP, die verboten habe, bei Juden zu kaufen. p.67
1938. Anfang Mai waren nachts jüdische Geschäfte
beschmiert, eine örtliche Synagoge beschädigt und in mehreren Stadtteilen
Schaufenster zertrümmert worden. ... Anfang Juni verschickte das
Reichskriminalpolizeiamt einen von Heydrich unterzeichneten Erlaß, dem zufolge
in der Woche zwischen dem 13. und 18. Juni jede Kriminalpolizeileitstelle
»mindestens 200 männliche arbeitsfähige Personen (asoziale) in polizeiliche
Vorbeugungshaft zu nehmen« und ebenfalls »alle männlichen Juden des
Kriminalpolizeileitstellenbezirks, polizeiliche Vorbeugungshaft zu nehmen«
seien. Dieser Juni-Aktion, bei der über 10.000 Menschen, darunter rund 1.500
Juden, festgenommen und in ein Konzentrationslager verschleppt wurden, fiel auch
der Treuchtlinger jüdische Kaufmann Louis Freimann zum Opfer. p. 68 [NB det var
altså ikke en anti-jøde-aktion !].
Orla Jordal, 2007
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