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Orth, Karin, Rudolf Höß und die »Endlösung der Judenfrage«. Drei Argumente gegen die Datierung auf den Sommer 1941


 


WERKSTATTGESCHICHTE 18, (1997) 45 - 57.

Hendes første argument er:

tallene for antallet af dræbte. Herimod kan man sige, at al begyndelse er svær. Det siger intet om beslutningen.

Hendes andet argument er:

?? jeg fatter ikke hvad hun mener ! Den tekniske udvikling kan da ligge både før og efter en beslutning. Den tekniske udvikling skete her først i Euthanasi-kampagnen, derefter i udryddelsen af sovjetiske krigsfanger, der også startede med de syge og "unyttige". Den har derfor intet med en beslutning om udryddelse af jøder at gøre. Men man kan sige at Höss betragtning, som gengivet p. 56 kunne tillade en tolkning i retning af, at en egentlig beslutning er overflødig. Men det er nok fordi Orth og Höss her ikke skelner mellem jøder og tyske jøder. Jeg accepterer Gerlachs argumentation for, at det er 2 forskellige sager - i hvert fald, at det kan være det.

Hendes tredje argument er:

en kildekritisk vurdering af Höss' udtalelser. Den virker til gengæld helt rimelig (trods den usikre byggehistorie for lejrene) og dertil psykologisk konsistent. Der er altså rimelighed i at antage, at den sommer Höss fik opgaven var sommeren 1942 og ikke som hans vidneudsagn lyder sommeren 1941. Men der savnes bevis.

Zyklon B kom ikke ud af den blå luft, eller fra mere- eller mindre videnskabelige studier. Det blev anvendt til den yderst nødvendige bekæmpelse af insekter m.m. i lejrene.

[Jeg savner et tal for det samlede antal myrdede sovjetiske krigsfanger].

Citater:

[Lager Auschwitz II-Birkenau] das spätestens um die Jahreswende 1941/42 betriebsbereit war, fanden seit dem 3. September 1941 im Stammlager bereits Experimente mit dem Blausäurepräparat Zyklon B statt, Experimente, die mindestens neunhundert kriegsgefangenen sowjetischen Soldaten das Leben kosteten und das gewählte Gas als Tötungsmittel geeignet erscheinen ließen.« p. 46

Seit Frühherbst 1941 wurden in Auschwitz Häftlinge durch Zyklon B erstickt, ohne daß zunächst von einem systematischen Massenmord an jüdischen Gefangenen gesprochen werden kann. Tatsächlich war ihre Zahl - es handelt sich vor allem um polnische Juden - zu diesem Zeitpunkt prozentual noch äußerst gering. Dies änderte sich erst Anfang des Jahres 1942. p. 47

Zunächst sporadisch, ab 4.7.1942 regelmäßig, selektierten SS-Ärzte und Angehörige des Kommandaturstabes die nach Auschwitz deportierten Juden.  p. 47-8.

Nach den Untersuchungen von Franciszek Piper starben in Auschwitz bis Anfang 1945 schätzungsweise 1,1 Millionen Menschen - 960.000 Juden und 122.000 nichtjüdische KZ-Häftlinge. p. 48

Deutlich ist jedoch, daß die Ermordung kranker KZ-Häftlinge eng mit der »Euthanasie« genannten Tötung der Insassen von Heil- und Pflegeanstalten verknüpft ist, die im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten bereits seit Herbst 1939 durchgeführt wurde. ...  Anfang des Jahres 1941 traf Himmler mit dem Leiter der »Kanzlei des Führers« Philipp Bouhler zusammen, der gemeinsam mit Hitlers Begleitarzt Dr. Karl Brandt für die «Euthanasie« verantwortlich war. Anfang April besuchte erstmals eine Ärztekommission der »T 4« ein Konzentrationslager - das KZ Sachsenhausen -, um hier über den Tod von kranken KZ-Häftlingen zu entscheiden. Im Frühsommer 1941 traf eine derartige Ärztekommission auch im Konzentrationslager Auschwitz ein. Sie sonderte 575 kranke und invalide Häftlinge aus, die am 28.7.1941 in die »Euthanasieanstalt« Sonnenstein deportiert und dort getötet wurden.

Die »Aktion 14 f 13« überschnitt sich wenige Monate später mit einer zweiten. weitaus umfangreicheren systematischen Mordaktion innerhalb des Systems der Konzentrationslager: der Tötung der sowjetischen Kriegsgefangenen. p. 49

die »Entwesung« von Baracken und Kleidung mit Zyklon B. p. 51

Bis heute sind nicht alle Einzelheiten, die die (Bau-)Geschichte der Vernichtungsstätten der »Aktion Reinhard« betreffen, hinreichend geklärt. Die exakten Daten, wann diese geplant, wann die konkreten Orte festgelegt wurden und wann der Baubeginn tatsächlich erfolgte, sind nicht mit Bestimmtheit anzugeben. Trotz der Unsicherheit in der definitiven Datierung und Rekonstruktion der Planungs- und Realisierungszeiträume besteht jedoch kein Zweifel, daß die von Höß genannten Vemichtungsstätten im Sommer 1941 noch nicht errichtet waren. Frühestens im Spätherbst 1941, so die Einschätzung aller Historiker, die sich mit dem Holocaust beschäftigten. ist von der Planung und Lokalisierung der ersten Vemichtungsstätte im Generalgouvernement, nämlich Belzec, auszugehen. Der Bau des Lagers Treblinka erfolgte deutlich später, im Frühjahr bis Frühsommer 1942. p. 52.

Die neuere Forschungsliteratur, die den soeben skizzierten Zusammenhang reflektiert, tendiert daher dazu, die Schilderungen von Höß auf ein Jahr später, den Juni 1942, zu verlegen. Quellenkritisch betrachtet ist auch dies ein Indizienschluß und kein Beweis.  ... note 52 Die ersten slovakischen Juden wurden im März 1942 nach Auschwitz deportiert. Piper, Zahl, Tabelle D zwi«hen S. 144 und S. 145; vgl. Pohl, Judenverfolgung, S. 204. p. 53

Das Problem selbst, die Ausrottung des Judentums, war nicht neu - nur daß ich derjenige sein sollte, sie durchzuführen, ängstigte mich zuerst. Aber nachdem ich den eindeutigen, direkten Befehl und sogar eine Erklärung dazu bekommen hatte - da blieb nichts anderes übrig, als ihn auszuführen.« [Höß,  Erinnerungen], p. 56

note 63 Höß rechtfertigte den Mord, so erinnerte der 1. Schutzhaftlagerführer des KZ Auschwitz, Johann Aumeier, seine Ansprache vor dem SS-Führerkorps des Lagers, mit der Seuchengefahr, die von den Juden ausgehe. p. 55

Die häufigen Selbstmorde in den Reihen der Einsatz-Kommandos, die das Im-Blut-waten nicht mehr ertragen konnten. Einige sind verrückt geworden. Die meisten haben sich mittels Alkohol über diese schaurige Arbeit hinweggeholfen." p. 57

 


Orla Jordal, 2007

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