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Gerlach, Christian, Die Wannsee-Konferenz, das Schicksal der deutschen Juden und Hitlers politische Grundsatzentscheidung, alle Juden Europas zu ermorden


WERKSTATTGESCHICHTE 18, (1997) 7 - 44.

 

Denne artikel giver i en henvisning til Goebbels' notater fra mødet for Reichs- und Gauleiter der NSDAP den 12.12.41 en ganske fast datering af offentliggørelsen af Hitlers beslutning om jødernes udryddelse - når den ses i sammenhæng med hans udtalelse i Reichstag den 30.1.39.

Mødet var en ren partiforanstaltning med 50 deltagere og fandt sted i Hitlers privatgemakker i Reichskanzlei (note 125 p. 28). Som partimøde er det officielt - uden dog at være det !

Derefter udestår en præcis definition på, hvem der jøde. Og endelig at afgøre, hvem der udfører hvad, altså en ansvarsfordeling. Dette er emnerne for Wannseekonferencen, 20.1.42. Wannseekonferencen er dokumenteret i en Besprechungsniederschrift ved Eichmann.

Egentlig var det allerede i Nürnbergerlovene slået fast, hvem der skulle betragtes og behandles som jøde. Men en række personer og instanser arbejdede for en udvidelse af begrebet. Og som altid sloges man om kompetencefordelingen. Teknikken (drabsmetoder, logistik o.s.v.) overlodes til Heydrich. som samarbejdede med folkene bag euthanasiprogrammet og hans opgave var måske formuleret som gældende tiden efter krigen. Efter den citerede opgaveformulering (in Bälde) må Labs dog nok have misforstået netop det.

Det skal understreges, at afgørelsen og definitionen kun har betydning for tyske og vesteuropæiske jøder (Jøder i lande øst for Tyskland udryddedes fra angrebet på Sovjetunionen (22.6.41.)) siger Gerlach, men de hollandske jøder i Buchenwald kan vel dog kun kaldes vesteuropæiske.

Jeg kan ikke lade være med at undre mig lidt over, at der udestod en beslutning. Siden Nürnberger Gesetzen har jøderne jo været forfulgt. De har været det legalt, af NSDAPs væbnede korps, men sandelig også folkeligt, som f.eks. Kristallnacht viser. Men læs også Wildt. Så jeg deler ikke umiddelbart Gerlachs vurdering af betydningen. Kubes betragtning gælder jo tydeligvis ikke i Treuchtlingen. Jeg opfatter snarere udtalelsen (12.12.41) som en retorisk videreførelse af kommentaren i Rigsdagen - i anledning af, at det nu faktisk var kommet til en Verdenskrig efter Pearl Harbour og Hitlers krigserklæring (11.12.41) mod USA.

Gerlach er jo heller ikke konsistent logisk, når han 1.siger at Hitler bekendtgjorde sin beslutning på Reichs- og Gauleitermødet 12.12.41. og 2. samtidig (p. 22) lader Himmler notere en afgørelse i samme sag, efter en personlig samtale 18.12.41. Himmler var "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" med til mødet. p. 26

Det strider også mod eksistensen af en Führer-afgørelse, at mord på jøder netop i Reichskommissariat Ostland blev stoppet for flere måneder fra midten af december 1941. Så Gerlach har i hvert fald ret i sin slutreplik om, at sagen stadig trænger til nærmere undersøgelse.

[Jeg mangler her Nürnberger Gesetzens jødedefinition.] søges på nettet.

Citater:

Denn eine solche Entscheidung, so scheint mir, [min fremhævelse, OJ] fällte Hitler erst Anfang Dezember 1941; zumindest gab er sie erst dann bekannt - ...Als die Deportation der Juden aus dem Deutschen Reich im Herbst 1941 anfing, war die Entscheidung, sie zu ermorden, jedoch noch nicht gefallen. ...  wurde die Wannsee-Konferenz zunächst dazu einberufen, um zwischen den Staats- und Parteidienststellen über die künftige 'Behandlung' der deutschhen Juden - gleichzeitig Präjudiz für die Juden Westeuropas - Klarheit zu schaffen und eine verbindliche Definition festzulegen, wer als Jude unter sie fallen sollte. p. 8

Meist nimmt man zwei getrennte Entscheidungen an, eine zum Mord an den sowjetischen Juden im Juli oder August 1941 und eine zum Mord an den Juden im übrigen Europa im September oder Oktober - soweit hier nicht ohnehin von einem Termin bereits im Januar 1941 .. ausgegangen wird. p. 10

 Der damalige Gestapochef von Minsk, Georg Heuser, äusserte nach dem Krieg als Zeuge, vor der Wannsee-Konferenz hatten 'nur' die »Ostjuden« ermordet werden sollen. »Die deutschen Juden sollten zunächst im Osten angesiedelt werden. Nach der Wannseekonfenz hiess es dann, dass alle Juden zu vernichten sind. Auch Adolf Eichmann hatte in einer seiner ersten Vernehmungen erklärt: »[D]ie Wannseekonferenz war ja erst der Beginn der eigentlichen Tötungsgeschichten«." p. 11

Daß Hitler eingeschaltet wurde, ist nicht erwiesen. Allerdings drehte sich bei ihm am folgenden Tag [011241] die Tischunterhaltung um sogenannte Mischehen, jüdische 'Mischlinge', möglicherweise auch um jüdische Frontkämpfer. p. 12

Fassen wir diese makabere Bilanz zusammen: ein allgemeiner Befehl zum Mord an den deutschen Juden lag noch nicht vor. In Lodz und Minsk ließen deutsche Verwaltung und Polizei die angekommenen deutschen Juden 1941 am Leben, in Kaunas wurden alle ermordet, in Riga die Menschen aus dem ersten Transport offen ermordet, die später Eintreffenden teils am Leben gelassen, teils in 'kleineren' Aktionen erschossen oder durch unsäglich schlechte Lebensbedingungen (vor allem Kälte) umgebracht. Direkte Tötungen geschahen aber nun möglichst heimlich. p. 14

Am 20. November hatte Eichmann jedoch ein Rundschreiben mit Deportationsrichtlinien versandt, die den Kreis der Opfer einschränkten, offenbar weil das RSHA Beschwerden erhalten hatte und noch weitere erwartete, wie auch Heydrichs Äußerungen gegenüber Goebbels zeigen. p. 15 [Eichmanns lempelser blev ikke fulgt i praksis, OJ efter Gerlach].

Die zahlreichen Proteste vor allem gegen die Einbeziehung von sogenannten Halb Juden, Ordensträgern und Juden mit 'arisehen' Ehepartnern führten zum bereits erwähnten vorläufigen Stop der Erschießungen am 30. November 1941 durch Himmler. ... Der geschäftsführende Reichsjustizminister Franz Schlegelberger drückte es so aus: »Die Endlösung der Judenfrage setzt eine klare und für immer maßgebende Abgrenzung des Personenkreises voraus, für den die in Aussicht genommenen Maßnahmen getroffen werden sollen.« Das war das Hauptthema der Besprechung. Von den Teilnehmem waren die meisten, nämlich Heydrich, Müller und Eichmann (RSHA), Hofmann (Rasse- und Siedlungshauptamt-SS), Kritzinger (Reichskanzlei), Stuckart (Innenministerium), Klopfer (Partei-Kanzlei) und Freisler (Justizministerium) mit diesem Thema befaßt, indirekt auch Neumann (Vierjahresplanbehörde), Meyer und Leibbrandt (Ostministerium). p. 16


"Kube erklärte darin zwar, die deutschen Juden, »Menschen, die aus unserem Kulturkreis kommen«, seien »doch etwas anderes, als die bodenständigen vertierten Horden«." p.17


Wir wissen, daß Vertreter des Generalgouvernements gar nicht auf der ersten Einladungsliste für die Besprechung gestanden hatten. Die Vernichtungspolitik im Generalgouvernement gehörte nicht zu den ursprünglichen Themen der Konferenz, ein weiterer Anhaltspunkt dafür, daß die 'Behandlung' der deutschen Juden im Mittelpunkt stehen sollte. p. 18

Zwischen dem Ostministerium und SS- bzw. Polizeidienststellen gab es zwar ständig Reibereien in Fragen der Definition, wer in den besetzten sowjetischen Gebieten als Jude zu gelten habe, hinsichtlich der Zuständigkeit bei der 'Judenpolitik' und des örtlichen Tempos der Vernichtung.  ... Auch in außenpolitisch sensiblen Sonderfällen hatte es [das Auswärtige Amt] nicht gegen antijüdische Maßnahmen, sondern lediglich gegen ihre auffällige Durchführung interveniert: so bei fortgesetzten Morden an insgesamt mehreren hundert jüdischen Geiseln aus den Niederlanden im KZ Buchenwald. " p. 19 [efter sammenhængen må det handle om efteråret 1941].

Blieb die Frage, wer als 'Jude' gelten sollte. Verschiedene Institutionen hatten sich seit März 1941 bemüht, den 'Judenbegriff' im Reich auszuweiten. Parteikanzlei, RSHA, Rassepolitisches Amt der NSDAP und Vierjahresplanbehörde wollten die sogenannten Mischlinge 1. Grades oder 'Halbjuden' »den Juden gleichstellen«. p. 20

Dr. Walter Labs citerer Dr. Werner Feldscher,  »Dieser erklärte mir über die voraussichtliche Entwicklung des Judenbegriffs folgendes: SS Obergruppenführer Heyderich [sic] habe mit Genehmigung des Führers vom Reichsmarschall den Auftrag erhalten, Vorbereitungen zu treffen, um nach Abschluß des Krieges eine sofortige und einheitliche Lösung der Judenfrage in Europa durchzuführen. p. 21 [min fremhævelse, OJ]

Noch Mitte August 1941 hatte das Innenministerium die »Federführung in der Judenfrage« für sich beansprucht und dies auch von anderen Reichsbehörden formal bestätigt erhalten. Doch am 24. November bestritt Himmler in einem Gespräch mit Stuckart diese Kompetenz. Himmler notierte dazu: »Judenfrage gehören zu mir«. p. 21

Dazu gehört ein Brief Viktor Bracks, des verantwortlichen für die Durchführung der »Euthanasie-Aktion«, vom 23. Juni 1942. Darin erklärte er, er habe nunmehr Globocnik zum zweiten Mal Personal für die Vernichtungslager der von ihm geleiteten »Aktion Reinhard« - Tarnname für die Ermordung der Juden des Generalgouvernements in Belzec, Sobibor, Treblinka und Majdanek - zur Verfügung gestellt:
22

In diesem Brief - 230642 - bezog sich Brack erkennbar auf die Ermordung aller europäischen Juden - er erklärte, von »ca. 10 Millionen europäischen Juden« solle man »2 - 3 Millionen« besser »erhalten« als umbringen, um sie als Arbeitskräfte für die deutsche Kriegswirtschaft zu verwenden.
23
note 101. Hitlers Ankündigung 30.1.1939, die europäischen Juden wurden vernichtet, wenn es zum Weltkrieg komme.
24

Hitlers Rede in der Sitzung v. 30.1.1939, in: Verhandlungen des Reichstages, 4. Wahlperiode 1939, Bd. 460. Stenographische Berichte 1939-1942. Fotomechanischer Nachdruck Bad Feilenbach 1986, S. 16 (Hervorhebung C.G.). 4 l. citat
Note 104, 25

12.12.41. Tagung der Reichs- und Gauleiter der NSDAP Hier erklärte Hitler nach den Aufzeichnungen von Goebbels: »Bezüglich der Judenfrage ist der Führer entschlossen, reinen Tisch zu machen. ... Der Weltkrieg ist da, die Vernichtung des Judentums muß die notwendige Folge sein. p. 25

Anwesend war die Spitze der Partei, darunter, da Präsenzpflicht bestand, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Himmler, Bormann, Rosenberg, Hans Frank, Greiser, Bracht und Sauckel (Gauleiter im Warthegau, in Oberschlesien bzw. Thüringen), Lohse und Erich Koch (Reichskommissare für das Ostland bzw. die Ukraine), Alfred Meyer, Goebbels und Bouhler. p. 26

Drittens dürfte der Umstand eine Rolle gespielt haben, daß die europäischen Juden nunmehr für die deutsche Führung ihre Funktion als Geiseln verloren hatten, die die USA vom offenen Kriegseintritt abhalten konnten. p. 27

"Der Form nach handelte es sich auch nicht um einen Befehl, sondern eben um, die Bekanntgabe einer Entscheidung. Und noch eins gehörte zum Rahmen: normalerweise fanden die Reichs- und Gauleitertagungen in offiziellen Räumen der Neuen Reichskanzlei oder in Gebäuden der Partei statt. Doch so offiziell der Anlaß war, so privat war diesmal der Ort - Hitlers Wohnung." .... note 125 Gemeint waren Hitlers Privatgemächer in der Reichskanzlei, die normalerweise nicht für solche offiziellen Treffen benutzt wurden.", p. 28

note 129 ... Die Morde an den Juden im Reichskommissariat Ostland wurden Mitte Dezember 1941 für Monate gestoppt und im Baltikum in größerem Ausmaß erst 1943 wieder aufgenommen. p. 29

[det stemmer dårligt med Hitlers beslutning af 12.12.41.]

... - ein Indiz dafür, daß die Vorgänge auf der vorangegangenen Reichs- und Gauleitertagung streng geheim blieben. [men altså netop ikke selve beslutningen !!??] Hans Franks tale 161241, der refereres p. 29, tyder ikke på, at han er sikker på førerens beslutning - og i Generalgouvernementet er den slet ikke relevant - i de afsnit der refereres p. 30 virker han ikke i tvivl.

[Frank] Diese 3,5 Millionen Juden können wir nicht erschießen, wir können sie nicht vergiften, werden aber doch Eingriffe vornehmen können, die irgendwie zu einem Vemichtungserfolg führen, und zwar im Zusammenhang mit den vom Reich her zu besprechenden Maßnahmen, [...] Wo und wie das geschieht, ist eine Sache der Instanzen, die wir hier einsetzen und schaffen müssen und deren Wirksamkeit ich Ihnen rechtzeitig bekanntgeben werde.« ... Dann erwähnte Frank Verhandlungen mit dem Ostministerium und einen noch im Werden befindlichen zentralen Plan zur Judenvemichtung, in dessen Rahmen auch im Generalgouvernement eine Tötungsorganisation geschaffen würde. p. 30

4. Die Wannsee-Konferenz unter veränderten Voraussetzungen Verlauf und Ergebnis
Beteiligt waren fünf Vertreter von Sicherheitspolizei und SD, acht Politiker und Funktionäre aus der staatlichen Verwaltung und zwei Parteivertreter, einer von der Parteikanzlei und einer vom Rasse- und Siedlungshauptamt der SS. ...
Von den Stellen, die mit Fragen der Definition der ‘Juden’ zu tun hatten, fehlten die ‘Kanzlei des Führers’ und das OKW.
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[det stemmer dårligt med at hovedtemaet netop skulle være en definition]

Die Besprechung begann mit einer längeren Ansprache Heydrichs. ... besonders seit 1939 mit den Stationen Zwangsemigration und - »nach entsprechender vorheriger Genehmigung durch den Führer« - »Evakuierung der Juden nach dem Osten«. ... Programm für eine »Endlösung« ... man sah jedoch insgesamt wenig Probleme. ... die Ausweitung des ‘Judenbegriffs’ ... »Mischlinge 1. Grades« sollten mit wenigen Ausnahmen »den Juden gleichgestellt« werden, und dieses Schicksal solle in einer Reihe von Fällen auch »Mischlinge 2. Grades« und Juden mit nichtjüdischen Ehepartnern treffen,... Hofmann schlug dagegen freiwillige, Stuckart zwangsweise Sterilisierungen [vor] ... außerdem eine gesetzliche Regelung zur Zwangsscheidung.
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Dies gibt das Besprechungsprotokoll indirekt wieder, denn es erwähnt eben keine solchen Einsprüche (wohl aber Widerspruch oder Abweichungen in anderen Fragen). Theoretisch wäre es durchaus möglich gewesen, daß staatliche Stellen trotz des Bekanntwerdens von Hitlers Entscheidung am 12. Dezember - aus politischen, nicht aus moralischen Gründen - Bedenken erhoben hätten. Sie taten es nicht. ... note 172 Das Protokoll der Wannsee-Konferenz war nicht der erwähnte Gesamtentwurf, wie Pätzold und Schwarz behaupten (Tagesordnung: Judenmord, S. 47), da Heydrich am 26.2. zu einer Folgebesprechung »zur Fertigstellung der vom Reichsmarschall gewünschten Vorlage« für den 6. März einlud.
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5. Die Folgen der Wannsee-Konferenz
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Die Informationen über den Ausgang der Sitzung in Wannsee verbreiteten sich schnell. ... Hitler scheint ebenfalls rasch informiert worden zu sein. ... In der Frage der ‘Mischlinge’ und ‘Mischehen’ geriet die Diskussion schnell ins Stocken. Die von Eichmann am 31. Januar 1942 gegebenen neuen Deportationsrichtlinien entsprachen weiter den Nürnberger Gesetzen. Ausgenommen wurden ferner mit nichtjüdischen Partnern verheiratete Juden, ausländische Juden, Arbeiter und Arbeiterinnen in Rüstungs- und Landwirtschaft, sowie ältere Menschen. ... Auf der ersten offiziellen Folgebesprechung auf Referentenebene am 6. März wurden Stuckarts in Wannsee gemachte Vorschläge besprochen, die Sterilisierung als organisatorisch unmöglich verworfen und die Pläne für Zwangsscheidungen präzisiert. ... Der neue Reichsjustizminister Thierack und Goebbels stimmten um diese Zeit überein, »daß die Frage der jüdischen Mischlinge während des Krieges nicht gelöst werden soll«.
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Direkt nach der Wannsee-Konferenz hatte das RSHA allerdings geglaubt, die Zeit für die Jagd auf ‘Mischlinge’ in ganz Europa sei gekommen, um sie zu ermorden.
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Im Gegensatz dazu hatte die Wannsee-Konferenz für die deutschen Juden in Riga und Minsk bald schreckliche Folgen. In Riga begannen Anfang Februar 1942 offene Selektionen; ‘arbeitsunfähige’ Juden erschoß die Sicherheitspolizei oder ermordete sie in Gaswagen. In Minsk kündigte der Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD(KdS) Minsk, Hofmann, ... an, im Frühjahr mit »starken Exekutionen« beginnen zu wollen. ... Anfang Februar verhaftete die Sicherheitspolizei den deutschen Judenrat. Seine Mitglieder wurden einen Monat später ermordet. Am 31. März sollen erstmals auch deutsche Juden bei einem ‘kleineren’ Massaker im Minsker Ghetto getötet worden sein. ... note 195 Auf die Zeit vor dem 20. Januar 1942 sind Morde an deutschen Juden in Minsk nicht sicher zu datieren. ... In den ersten Tagen des Mai 1942 begannen in einer koordinierten Aktion Transporte mit deutschen Juden direkt zu verschiedenen Vernichtungsstätten. Zwischen dem 4. und 15. Mai 1942 wurden die ersten 10.161 deutschen Juden aus dem Lodzer Ghetto deportiert und in Chelmno im Gas getötet. p. 40


abschließend stellt sich die Frage ... Widerspricht es gesicherten Erkenntnissen der Forschung, daß Hitler Anfang Dezember eine Grundsatzentscheidung zur Ermordung aller europäischen Juden fällte. Und wenn nein, welche Bedeutung hatte sie? ... Eine umfassende Weisung Hitlers zur Ermordung der europäischen Juden ist bisher nicht aufgefunden worden, ihre Existenz für keinen Zeitpunkt eindeutig nachgewiesen. ... Die Entscheidung, die sowjetischen Juden zu töten, muß man von derjenigen zum Mord an den übrigen europäischen Juden trennen, wie dies inzwischen die meisten Historiker tun. Jene ist wesentlich früher gefallen, spätestens im August 1941.
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Das zeigt, daß die Geschehnisse im Herbst 1941 vor einem abschließenden Urteil noch weiter erforscht werden müssen.
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Om Heydrichs opgave hedder det: WERKSTATTGESCHICHTE 18, (1997) p. 4: Göring beauftragte Heydrich am 31. Juli 1941, »die Judenfrage in Form der Auswanderung oder Evakuierung einer den Zeitverhältnissen entsprechend möglichst günstigen Lösung zuzuführen« und alle Vorbereitungen zu treffen für eine »Gesamtlösung der Judenfrage im deutschen Einflußgebiet in Europa«. In der selben Weisung gab er Heydrich außerdem den Auftrag, »mir in Bälde einen Gesamtentwurf über die organisatorischen, sachlichen und materiellen Vorausmaßnahmen zur Durchführung der angestrebten Endlösung der Judenfrage vorzulegen.«

Orla Jordal, 2007

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